Feuer!
26. Juli 2010
Guter Empfang
17. Juli 2010
Feiern und mehr
16. Juli 2010
Es gibt nun handfeste Daten zum Weisestraßenfest 2010. Ich freue mich da ja schon eine Weile drauf – vor allem weil es ein selbstorganisiertes Fest ist, das nicht unter der Finanzierungsknute des Quartiersmanagements und der Bezirksverwaltung steht, bei deren Kiezfesten ja durchaus auch mal ein unliebsamer Teil der Nachbarschaft ausgegrenzt wird. Ein ganz anderer Grund zur Freude: YOK (Quetschenpaua) wird spielen. Wusste gar nicht, dass der noch aktiv und nicht die alten selbstgebastelten Kassetten das einige Überbleibsel ist.
Aber hier mal der Wortlaut der Vorbereitungsgruppe:
Liebe AnwohnerInnen, Liebe RestberlinerInnen,
Wir alle wissen, dass sich die Lebens- und Wohnsituation, nicht nur hier in Neukölln, in den letzten Jahren keinesfalls verbessert hat:
- Einkommenseinbußen (explodierende Lebenshaltungskosten…), steigende Mieten
- Rassismus, Fremdenfeindlichkeit,
- der Umgang mit dem Tempelhofer Feld
- Gängelung durch Arbeitsamt, 1-Euro-Jobs usw.Mit dem Straßenfest wollen wir informieren über das, was derzeit im Kiez passiert und wogegen sich die Menschen wehren. Wir vertrauen nicht auf Bezirksamt oder Quartiersmanagement, deren Interessen nur bei der restlosen Verwertung unseres Kiezes liegen. Verschiedene politische Gruppen und Initiativen werden über ihre Arbeit informieren.
Hier ist Raum und Zeit für ALLE Leute von hier und anderswoher, um sich näher kennenlernen und austauschen zu können.
Laßt uns also miteinander reden und feiern – und denkt daran: Allein machen “sie” Dich ein…
Live: Berlin Boom Orchestra (Ska Reggae), YOK (Pocketpunk mit Quetsche), TFS (Rap), Müllsch (Punk) + Special Guests UND Essen und Trinken, jede Menge Infos, politische Filme und Diskussionsveranstaltungen in der Lunte, After Show Party im Syndikat
Also kommt alle!
Prima Klima
14. Juli 2010
Der ‘Tagesspiegel‘ hat mal eine nette Geschichte zu den “Klimaanlagen” der Stadt und den Kaltluftschneisen, die nachts kühlere Luft in die aufgeheizten Wohngebiete bringen.
Nachts steigt über dem Häusermeer die heiße und dadurch leichte Luft auf wie über einem Ofen. Dadurch entsteht ein Sog, der die schwerere Luft aus kühleren Gefilden in die Innenstadt zieht. Große Grünflächen wie Tiergarten oder Tempelhofer Park seien effektive Kaltluftproduzenten, sagt der Meteorologe Wolfgang Bivour vom DWD in Potsdam.
Wie stark der Abkühlungseffekt sein kann, lässt sich gut nachvollziehen, wenn man einmal den Abend eines warmen Tages auf dem Tempelhofer Feld verbrachte. Nach Sonnenuntergang wird es da durchaus mal recht schnell frisch. Verlässt man das Gelände und geht in den Kiez, spürt man auf wenigen Metern Wegstrecke einen recht ordentlichen Temperaturanstieg. Gut, wenn die kühle Luft dann in der Nacht da ist und langsam in die Wohngebiete sickert. Das Tempelhofer Feld zubauen ist daher fatal, denn:
Klimaforscher rechnen für Berlin im Jahresmittel mit etwa 2,5 Grad Temperaturerhöhung.
Das bedeutet vor allem noch heißere Sommer. Kommt dann nicht regelmäßig kühlere Luft nach, wird das unerträglich.
Schöner baden mit der JU
12. Juli 2010
Ein Besuch im Columbiabad war eine der besten Optionen, den gestrigen Tag halbwegs unbeschadet zu überstehen. Natürlich war es sehr voll, aber trotzdem noch recht angenehm. Zumindest kein Anzeichen mehr vom Stress des Vortages, als das Bad geräumt und vorzeitig geschlossen wurde, weil sich eine Reihe jugendlicher Hitzköpfe eben jene einschlagen wollten. Ein leicht verletzter Sicherheitsmitarbeiter bei rund 60 Beteiligten war das Ergebnis. Da ist ja echt in jeder Brandenburger Kleinstadtdisco mehr los.
Aber nichts kann unbedeutender genug sein, als dass nicht die Junge Union ihren Senf dazu abgeben müsste. Die Truppe sieht in dem Vorfall wohl grad ein ideales Feld, um schonmal auszuprobieren, wie man später als Sicherheits-Politiker oder Innenminister so reagieren kann:
“Wir fordern, dass direkt nach Gewaltvorfällen das betroffene Schwimmbad eine Woche geschlossen bleibt. Nur durch eine direkte Reaktion kann es Lerneffekte geben”
sagte Conrad Clemens, seines Zeichens Vorsitzender der Jungen Union Berlin und gebürtiger Neuköllner. Na das ist doch mal wirklich ein einfallsreicher Vorschlag. Vielleicht lässt sich dieses grandiose Konzept ja auch auf andere Bereiche ausdehnen. Wie wärs denn z.B. mit Schulen: Schlägerei auf dem Pausenhof? – Eine Woche zumachen! Oder Kreuzungen: Unfall mit Verletzten wegen Missachtung von Rot? Eine Woche Straße sperren! Irgendwann lernen die Leute das dann schon!!1!
Lehrstück
5. Juli 2010
Auch Bahries Gebetskette gleitet unentwegt durch ihre Finger, nur bei jedem Tor lässt sie sie kurz liegen, springt auf, um vor der Tür die Vuvuzela zu blasen.
So berichtet die ‘taz‘ darüber, wie die Neuköllner Migranten die Fußball-WM feiern. Eigentlich sollte der Mittwochabend nun genutzt werden, um einen Bildungsausflug mit Teilnahmepflicht für diverse Politiker zu organisieren – so als Beitrag gegen das Gefasel von Integrationsproblemen. Die letzten Tage sind immerhin der offensichtliche Beleg für die These: Wir haben hier kein Integrationsproblem, sondern ein soziales Problem.
Capture the Flag?
1. Juli 2010
“Für die Faschisten sind wir Ausländer und für die Autonomen…” – Bassal hält inne und denkt nach – “keene Ahnung watt”.
‘Der Spiegel‘ über eine Geschichte, wie sie wohl genau so in Neukölln passieren muss: Da halten jetzt Migranten mit libanesischen Wurzeln in der Sonnenallee Wache, damit ihnen die Autonomen nicht die WM-Deutschland-Fahne über ihrem Elektroladen abreißen. Ganz großes Kino!
Vermisst
1. Juli 2010
Wie gesagt, weiter zu den wichtigen Dingen. Frau Heisig ist weg. Also jene Jugendrichterin, die das “Neuköllner Modell” entwickelte. Dabei geht es darum, jugendliche Straftäter im Eilverfahren abzuurteilen. Seit gestern Abend gibt es eine groß angelegte Suchaktion durch die Polizei. Näheres gibts beim ‘Stern‘.
Update: Inzwischen ist klar, dass sich die Richterin das Leben genommen hat – wohl eine Folge ihrer Erkrankung an Depressionen.
Ein paar Sachen
1. Juli 2010
An erster Stelle erstmal ein Dankeschön an die edlen Spender, die dieses Blog über Flattr mit einer kleinen Aufmerksamkeit bedacht haben. Die ersten Tage, in denen ich den Dienst nun nutze, brachten 96 Cent ein. Das klingt nicht viel, ist aber schon mehr, als in allen Versuchen, die Hosting-Kosten über Werbung auszugleichen. Und ich gehe davon aus, dass es auch noch etwas mehr wird, wenn wieder mehr Zeit meinerseits zum Schreiben ist und Flattr insgesamt mehr Nutzer bekommt. Geht es weiter wie bisher, wären ja zumindest schonmal die jährlichen Domaingebühren locker wieder drin.
Zwei Tage spielfrei bedeuten außerdem, auch während einer WM mal schnell Zeit für etwas anderes zu finden. So ist es möglich, mal schnell eine Bundespräsidenten-Wahl zwischenzuschieben oder eben auch etwas wichtigeres, wie eine Stadtteilversammlung. Diese findet heute Abend um 8 Uhr in der Langen Nacht statt. Mal schauen was rauskommt.
Vielleicht erfährt man da auch Näheres zum anstehenden Weisestraßenfest im August. Das würde ich ja gern in irgendeiner Form unterstützen bzw. das Schillerkiezblog daran teilnehmen lassen. Leider war noch keine Zeit, ein Vorbereitungstreffen zu besuchen (Montage sind mal so richtig ungünstig).
Soweit mal ein kleiner Zwischenüberblick. Weiter geht’s mit wichtigen Dingen. ;)
Der Tag
23. Juni 2010
Ein großer Tag für Neukölln. Deutschland gewinnt und der Türke schießt das Tor. Alle glücklich.


