Solidarität mit Tekel-Arbeitern
28. Februar 2010
Am Hermannplatz startete heute eine Solidaritätsdemo für die Beschäftigten des türkischen Tabak-Konzerns Tekel. Dieser wurde privatisiert, es gab tausende Entlassungen und die weiterhin beschäftigten Arbeiter sollen deutlich schlechter entlohnt werden.
Deshalb organisierten sie zum Jahresbeginn einen Streik und wollten für zwei Tage in Ankara protestieren. Dort angekommen erfolgten Angriffe durch die Polizei. Die Arbeiter entschieden sich daher, nicht nur zwei Tage, sondern dauerhaft dort zu bleiben, bis ihre Anliegen geklärt sind. Seitdem leben deshalb über 1.500 Protestierende in einer Zeltstadt in Ankara.

Der anfängliche Regen wurde erfolgreich vertrieben und der Demozug setzte sich Richtung Kotti in Bewegung. Ein buntes Treiben von türkisch- und kurdischstämmigen Neuköllnern, verschiedenen Organisationen aus Deutschland und eine Reihe von Leuten, denen die Solidarität einfach so ein Anliegen war – immerhin war allen irgendwie klar: Es geht nicht nur um die Tekel-Arbeiter, sondern um unser aller Lebenslage.

Mehr Infos: Aufruf zur Demo – Sammlung einiger Videos – Hintergrund und Spendenaufruf der DIDF
Musike
28. Februar 2010
Gestern in der Langen Nacht: Es spielten “Captain Crap and the Groovin´ Honkies”. Mal ein bisschen das neue Video-Equipment ausprobiert. Licht ist etwas problematisch, aber immerhin haut der Ton hin…das ist ja wichtig.
Dem entsprechend jetzt auch das Schillerkiezblog mit eigenem YouTube-Channel. Da wird noch einiges kommen.
Das Zitat (6)
4. Februar 2010
Barack Obamas Umfragewerte stürzen in den Keller. Bei den Themen Arbeitslosigkeit und Gesundheitssystem ist er gescheitert, zudem hat er drei Nachwahlen verloren. Eine dramatische Geste ist nötig, um die öffentliche Wahrnehmung zu ändern. Er muss Befehl geben, die iranischen Atomwaffen zu zerstören.
So etwas darf man tatsächlich ungestraft in der Springer-Postille ‘Welt’ schreiben. Oder nicht?
§ 80a Strafgesetzbuch: Aufstacheln zum Angriffskrieg – Wer im räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) zum Angriffskrieg (§ 80) aufstachelt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.
Allein ich glaub nicht daran, dass nun der Autor Daniel Pipes oder Springer vor Gericht kommt.
Guten Rutsch
3. Februar 2010
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) schlägt Alarm: Das Streusalz geht aus. Es reicht nur noch für einen Schneefall.
Das berichtet unter anderem die ‘Welt‘. Ist ja aber eigentlich auch egal. Die meisten Leute scheinen mit ihren Autos ja nichtmal mehr aus ihrer Parklücke im Kiez rauszukommen, da dürfte die Räumung der großen Straßen ihr geringstes Problem sein.
T-Shirts & Bier
31. Januar 2010
Schillerkiez-Podcast Folge 2. Thema ist diesmal die Berlinfabrik – hier gibt es Mode, Fotos und andere Kunst. Und bald auch Bier. Die Berlinfabrik-Macher Nadine und Martin berichten von ihrer Arbeit. Inklusive Kneipen-Hintergrundgeräuschen als Live-Athmosphäre.

Download: Schillerkiez-Podcast 02
RSS-Feed: Schillerkiez-Podcast
Sperrmüll-Deko
29. Januar 2010
Wenn man sich schonmal aus dem Kiez rauswagt, weiß man anschließend, was man derzeit noch an seiner direkten Umgebung hat. So geschehen bei meinem Ausflug in die “Frühperle” in der Boddinstraße. Man kann sich dort wohl fühlen – wenn man es gewohnt ist, in Sperrmüll zu leben, und recht stattliche Preise für unterirdischen Service zu bezahlen.
Aber gut. Dem Publikum geht es wohl auch nicht um einen guten Kneipenbesuch, sondern eher um das Teilhaben an einem hippen Trend. Den hat Philip Meinhold in der ‘taz’ so gut auf den Punkt gebracht, dass man gar nichts mehr selbst schreiben braucht:
Multikulti ist gescheitert”, möchte man fast mit Bezirksboss Buschkowsky rufen, angesichts all der integrationsunwilligen Zugereisten aus Restdeutschland, Spanien und Amerika, die den Kiez nur als Kulisse für ihre Partys und ihr Palavern begreifen.
Kiezhüter mit Beißreflex
22. Januar 2010
Schweren Herzens musste ich das erste mal etwas tun, was ich wirklich nicht gerne mache: Einen veröffentlichten Beitrag hier im Blog zurückziehen. Dazu kam es nicht etwa, weil mal wieder ein wildgewordener Abmahn-Anwalt unterwegs war, sondern wegen des Verhaltens einiger meiner Leser.
Es geht um den Beitrag “Leser helfen”, mit dem ich jemanden unterstützen wollte, eine Wohnung im Kiez zu finden. Darin war auch der Preis angegeben, was maximal mit allem Drum und Dran finanzierbar wäre. Der Betrag schien einigen wohl etwas hoch angesetzt. Das “provozierte” offenbar den Beißreflex einiger selbsternannter Kiezhüter.
Es kam zu E-Mails mit Beschimpfungen, und auch einige Kommentare hier waren – nett ausgedrückt – unfreundlich. Es ist schon recht befremdlich, welche Blockwart-Mentalität doch entstehen kann. Da wird einfach jemand unbekannterweise verdächtigt, den Kiez kaputt machen zu wollen, und quasi unterstellt, die Wohnung würde gesucht, um an einem Hype teilhaben zu können. Dass jemand irgendwo hin ziehen will, weil man ohnehin dort auch arbeitet und entsprechend auch schon einige Leute in der Nachbarschaft kennt, entfällt vermutlich der Vorstellungskraft. Hauptsache erstmal drauf hauen. Irgendwie ist das beschämend.
Auffahrgefahr
21. Januar 2010
Im Neuköllner Einkaufszentrum Kindl-Boulevard dürfen Hartz-IV-Empfänger auf dem Weg ins Jobcenter im ersten Obergeschoss die Rolltreppe nicht benutzen. Das Jobcenter Neukölln gibt Sicherheitsgründe an. (…) Bei ihrer Ankunft im Obergeschoss könnten Rolltreppenbenutzer in den Gegenverkehr geraten, der den rückwärtigen Aufgang benutzt hat und nach links ins „Neukundencenter“ will. Wer also am oberen Ende der Rolltreppe stehen bleibt, um diese Abbieger durchzulassen, provoziert dadurch eventuell einen Auffahrunfall mit nachfolgenden Rolltreppenbenutzern.
Das berichtet der ‘Tagesspiegel’ und ich lass das Fenster zu, sonst nervt das Wiehern des Amtsschimmels nachher noch.
Nachts
18. Januar 2010
Aktive Abwertung
12. Januar 2010
Die Hamburger bieten ein Abwertungskit mit lauter Tipps an, wie man dem Gentrifizierungs-Prozess durch die Gestaltung der Außenfassade der eigenen Wohnung entgegentreten kann. Da ist vielleicht auch was für uns dabei.
