Frischfleisch!
22. Februar 2013
Einfach mal richtig gut essen. Damit verbinden wir gemeinhin eher, dass frisch eingekaufte Lebensmittel im Topf landen als Dosen-Ravioli. Tieren, die wir lieben, sollte es da doch nicht anders gehen.
Gerade einmal zwei Wochen hat es seit dem Einzug unseres Welpen gedauert, bis wir eine Neuköllner Institution kennenlernten, die es uns ermöglicht, auch unseren Hund mit Futter zu versorgen, das seiner Natur entspricht. Wir sind begeistert und da es nun nicht gerade wenige Hunde-Besitzer im Kiez gibt, soll ihnen an dieser Stelle eine innige Empfehlung ausgesprochen werden.
Seit weit über zwanzig Jahren kümmert sich Hartmut Doddeck um eine ordentliche Versorgung der Großstadthunde. In der Tierfutterkrippe in der Jonasstraße gibt es alles, was das Tier braucht – nur kein Industriefutter. Statt dessen Frischfleisch satt! In verschiedensten Variationen, so dass es nie langweilig wird im Napf: Vom Huhn und Rind bis hin zum Hirsch aus Brandenburger Wäldern kann alles aufgetischt werden.
Für Hundefreunde und ihre Gefährten ist allein schon der Einkauf ein Erlebnis. Obwohl die Leute, die dort arbeiten, in all den Jahren sicher schon tausende Hunde begrüßt haben, bekommt jeder vierbeinige Kunde erstmal eine Kostprobe über den Tresen geworfen. Auch diverse Leckerlis werden nicht einfach so verkauft, sondern ausprobiert, was wohl am besten ankommt – “Sprotte gefällig?”.
Für unseren Welpen wird der passende Mix, mit allem, was so ein junger Hund braucht, frisch zusammengestellt. Für die Besitzer gibt es nebenbei auch ausführlichste Beratung. Und falls ihr jetzt denkt, solch eine exklusive Ernährung könnt ihr euch nicht leisten: Vergesst das einfach. Es mag sein, dass der billigste Dosenfraß ein paar Cent günstiger ist – aber jedes halbwegs brauchbar erscheinende Industriefutter ist teurer. Rund 3 Euro kostet es euch, wenn ihr ein Kilo frisches Fleisch mit nach Hause nehmt. Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt: Ihr habt bedeutend weniger Müll. Im 1-Euro-Laden eures Vertrauens einfach die passenden Plastikdosen kaufen und immer wieder füllen lassen, dann müsst ihr nicht so oft Tüten auf den Hinterhof tragen.
Also lasst diese blöden Dosen im Regal stehen und tut euren Lieblingen etwas Gutes. Hier führte es zu spontanen Freudensprüngen und am für alle wohlverdienten Feierabend zu intensivem Knabberspaß.

Klischees und Bier
28. Februar 2011
Manche Dinge sollte man erstmal sacken lassen – was aber leider nicht immer funktioniert. So beispielsweise bei der Neuauflage des Promenadenecks. Hier handelt es sich offenbar um das Anti-Konzept einer Kneipe. Geselligkeit? Per Architektur Fehlanzeige. Statt dessen werden Klischees in Form gegossen.
Erstens: An der Theke sind Gäste offenbar nur gern gesehen, wenn eine Bestellung aufgegeben wird. Sitzgelegenheiten gibt es dort nicht. Statt dessen ist alles darauf ausgelegt, dass man mit seiner Kleingruppe ausgeht, aber hoffentlich nur nicht von Unbekannten behelligt wird.
Zweitens: Die sanitäre Situation. Die Klos geben klar zu verstehen, dass Männchen ausschließlich Bier wegbringen müssen, Frauen sich aber am liebsten zu zweit nebeneinander auf den Sitz der Gnade kauern. Mit der Möglichkeit zum Augenkontakt, um die Konversation nicht zu behindern. Falls es doch Redebedarf in größerer Runde gibt, darf frau auch vor ihren auf der Couch sitzenden Begleiterinnen urinieren.
Nun gut. Wem es gefällt. Zumindest bei der Bier-Auswahl erlebt das Weserstraßen-Publikum nun auch hier definitiv keine seltsamen Überraschungen mehr. Das hat doch ein bisschen was vom Schnitzelrestaurant auf Malle.
Wachablösung im Frosch
15. Januar 2011
Die Spatzen pfiffen es ja schon von den Dächern, jetzt ist es offiziell: Die bisherige Crew vom Froschkönig in der Weisestraße wird sich in Kürze zurückziehen. Soweit die schlechte Nachricht. Man kann nur danken für die vielen Jahre, in denen sie es mit ihrem Treiben verstanden, dem Kiez eine besondere Kultur zu bieten, die nicht aufgesetzt oder abgehoben wirkte.
Die gute Nachricht: Der Froschkönig wird mit ähnlichem Konzept weiter bestehen. Das Team der Langen Nacht übernimmt. Das freute mich ja wirklich zu hören. Nicht auszudenken, wenn der Laden irgendwelchen Hippstern in die Hände gefallen wäre, die in der Weserstraße nichts mehr finden und nun hierher ausweichen.
Mit Problemen zum Huhn
21. Juli 2009
Öffnungszeiten scheinen mein Fluch zu sein. Ausgerechnet Sonntags, wenn man nicht noch mal eben etwas einkaufen kann, bekomme ich keine Kiezpizza. Auch der Versuch, die Mittagspause endlich einmal für den Test des neuen Hühnchen-Imbiss’ in der Hermannstraße zu nutzen, schlug fehl.
Letzteres klappte dann aber immerhin eines abends. Und es hat sich gelohnt. Für knappe fünf Euro so satt wie selten. Zwei komplette Mitnahmepäckchen voll mit Pommes, Salat, Humus und diversen Hühnerteilen sind schon ein empfehlenswertes Angebot. Also unbedingt selbst probieren! Zu finden ist der Laden direkt neben dem Thai-Imbiss an der Ecke zur Selchower Straße.
Getestet und für gut befunden:
15. Juni 2009
Der neue Pizza-Laden auf der Südseite der Herfurthstraße zwischen Hermann- und Weisestraße. Gebacken wird die Pizza in Meter-Größe. Gute Stücke davon bekommt man für 1,50 Euro, soll es die gesamte Riesenpizza sein, werden 12 Euro fällig. Für das, was man bekommt, ein guter Preis. Zur Wahl stehen jeweils verschiedene Sorten, die allesamt gut schmecken. Falls jemand den Lden nicht gleich entdeckt: Ein Geschäftsschild über der Tür fehlt noch, man achte daher auf den Pizza-Karton, der an einem quer über den Fußweg gespannten Stück Paketschnur hängt.
Keine Burger beim Burgerbrater
1. Dezember 2008
Auf dem Weg zu meiner Quasi-Spätschicht ist es mir nicht mehr möglich, auf die Schnelle und preisgünstig einen Burger zu mir zu nehmen. McDonalds am Hermannplatz hat schließlich ein neues Konzept: Vor halb elf gibt es keine Burger mehr, also auch keinen Cheese für einen Euro. Der Vormittag ist vollständig dem Frühstücksprogramm gewidmet. Diese Orientierung auf die traditionelle Gestaltung des Ernährungsprogramms nach Tageszeiten könnte durchaus konsequent weitergeführt werden: Warme Mahlzeiten in Restaurants ausschließlich zwischen 11:30 und 14:00 Uhr. Und meinem Wirt empfehle ich, Samstag Nachmittags zur Bundesliga-Konferenz statt Pils nur noch Kaffee und Streuselkuchen auszugeben.
Berlinfabrik
27. Juni 2008
Die Fußball-Europameisterschaft hat dazu geführt, dass ich in den letzten Wochen nichts vom Kiez mitbekommen habe – außer einigen Übertragungen in der ‘Langen Nacht’. Eine Ausnahme gab es allerdings doch: Am vergangenen Samstag eröffnete die ‘Berlinfabrik’. Hier gibt es T-Shirts – natürlich Unikate – und etwas Grafik. Und ganz Kiez-like stammen die T-Shirts aus der Hand der Bierzapferin aus der ‘Langen Nacht’.
Standort auf der Schillerkiezblog-Karte auf Google Maps.
Kleines Finale
7. Mai 2008
Eben endete für mich der letzte Bundesliga-Spieltag, den ich in dieser Saison in der Langen Nacht verfolgt habe (an den kommenden zwei Samstagen bin ich jeweils live dabei). Inzwischen betrachte ich diese “Oase in Neukölln” (Selbstbeweihräucherung) als verlängertes Wohnzimmer. Sie wird hier sicher immer wieder eine Rolle spielen. Auf jeden Fall schonmal Danke für die gemütliche Gastlichkeit.

