Durchwirbeln
10. Mai 2010
Um nach dem Desaster der Eröffnung des Tempelhofer Feldes (dazu später mehr) nicht gänzlich umsonst zum Columbiadamm gelaufen zu sein, gab es noch einen Abstecher auf die Neuköllner Maientage. Der Rummel ist wenig spektakulär, hat aber doch das ein oder andere Lohnende zu bieten. Zu nennen wäre insbesondere der Grill-Stand ganz am Ende, der sehr wohlschmeckende Lamm-Hacksteaks im Angebot hatte. Danach konnte man sich direkt gegenüber mal durchwirbeln lassen und Berlin aus etwas ungewohnten Perspektiven sehen.
Zurücküberwachen
4. Mai 2010
Das Seminar für angewandte Unsicherheit lädt für Freitag zu einem Kameraspaziergang in Neukölln ein. Dabei will man aufzeigen, wie (Kamera-)Überwachung, Sicherheitsarchitektur und Gentrifizierung
zusammenhängen.
Neben dem engmaschigen Überwachungsnetz in Neuköllner Läden schauen wir uns dabei u.a. die Rolle des Quartiersmanagements an, das bei der Umstrukturierung des Kiezes wesentlich ist. Mit einer “Task Force” wollen sie bspw. im Schillerkiez “aufräumen”, was nicht in das Bild eines aufgewerteten Kiezes passt. Ein Sammelsurium an sogenannten Kiezläufern, privaten Sicherheitsdiensten und Beamt_innen des Ordnungsamtes patroulliert durch die Neuköllner Straßen. Bei diesen Maßnahmen geht es nicht nur um die “schöne” Einkaufswelt, sondern auch um die “falschen” Menschen, die auf den Parkbänken sitzen, den aus Sicht der Senatsverwaltung zu hohen Anteil an Migrant_innen und Arbeitslosen, und die diffuse Angst davor, dass sich die an den Rand gedrängten Menschen wehren könnten.
Mit kurzen Vorträgen werden wir einen kritischen Blick auf die Entwicklung in den Kiezen werfen und uns mit coolen technischen Gimmicks auch die “Überwacherperspektive” anschauen.
Interessierte sollen sich am 7. Mai um 16 Uhr an der Ecke Hermannstraße/Okerstraße einfinden. Wo bereits Überwachungskameras registriert wurden, lässt sich unter www.berlinueberwachung.net.tc nachschauen.
Unterwegs am 1. Mai
3. Mai 2010
Mal eine kleine Nachlese zum 1. Mai. Es war ja wie immer eine ganze Menge los. Den Anfang machte traditionell die Demonstration der Gewerkschaften. Hier im Bild Leute von Mercedes-Benz in Marienfelde, die einerseits für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich werben und andererseits gegen ihren drohenden Ausschluss aus der IG Metall protesierten. Der Ortsvorstand der Berliner IG Metall hat das Ausschlußverfahren eingeleitet, weil sie auf einer alternativen Liste zu den Betriebsratswahlen kandidierten und sich nicht dem Co-Management der Gewerkschaftsführung unterordnen wollen.
Dazu passten auch Auseinandersetzungen auf dem Mai-Fest des DGB am Brandenburger Tor. Verschiedene linke Organisationen von der DGB-Führung ans letzte Ende abgeschoben, damit sie und ihre Inhalte möglichst wenig wahrgenommen werden. Der MLPD und jedem, der mit der Partei zusammenarbeitet, wurde es sogar gänzlich verboten, einen Stand aufzubauen. Als die Tische trotzdem standen, rückten DGB-Ordner mit der Polizei im Schlepptau an. Eine ganze Reihe von Gewerkschaftern protestierte aber gegen die Spaltungsversuche und so konnte der Stand letztlich stehenbleiben.
Parallel liefen im Prenzlauer Berg die Blockaden gegen einen Aufzug von Neonazis. Um die zehntausend Leute schafften es, den braunen Mob zu stoppen und zum Rückzug zu zwingen. Da half auch der großangelegte Betriebsausflug der Polizei ins frühlingshafte Berlin nicht.
Nachdem sich alle kurz ausgeruht hatten, startete am Abend die so genannte Revolutionäre 1.-Mai-Demo durch Neukölln und Kreuzberg. Diese wirkte in gewisser Weise, als würde sie zwei wichtige Aufgaben haben: Einerseits vielen ziemlich jungen Leuten die Möglichkeit zu eröffnen, sich einmal im Jahr ganz cool militant zu geben – andererseits den Gentrifizierern zu bestätigen, in was für einen aufregenden Kiez sie doch gezogen sind.
Am Endpunkt Spreewaldplatz/Skalitzer Straße standen sich dann entsprechend Jungautonome und Polizei etwas peinlich berührt gegenüber, weil erst keiner so richtig ernsthaft mit den vielbeschworenen Krawallen anfangen wollte. Zur Freude der Aufregender-Kiez-Fraktion kam man dann doch noch in die Puschen und jede einzelne Festnahme, die früher das Feuer umso stärker entfacht hatte, wurde nun penibel von zahlreichen Handy-Filmern festgehalten – und später vermutlich den im Ländle verbliebenen Sandkastenfreunden via YouTube präsentiert. Als es dunkel wurde und Handy-Kameras mangels Licht versagten, gelang es immerhin noch, den mitlaufenden Nachrichtenagentur-Leuten eine kleine brennende Barrikade zu präsentieren.
Ein paar Scharmützel gab es dann doch noch auf dem Kottbusser Damm. Aber auch hier wirkte alles eher wie eine gegenseitige Inszenierung zwischen Event-Publikum und Staatsmacht. Irgendwann wollte die Polizei dann aber Feierabend machen und schickte das Partyvolk zurück in seine Szene-Kneipen.
Hier nochmal etwas Bewegtbild, wie die berüchtigten 1.-Mai-Krawalle im Jahre 2010 so aussehen. Bis man mit solchen “Revolutionären” eine Revolution durchführen kann, bedarf es wohl noch so einiger Veränderungen.
Guten Rutsch
3. Februar 2010
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) schlägt Alarm: Das Streusalz geht aus. Es reicht nur noch für einen Schneefall.
Das berichtet unter anderem die ‘Welt‘. Ist ja aber eigentlich auch egal. Die meisten Leute scheinen mit ihren Autos ja nichtmal mehr aus ihrer Parklücke im Kiez rauszukommen, da dürfte die Räumung der großen Straßen ihr geringstes Problem sein.
Schnäppchen
7. Juli 2009
Preiswerte Amputationen gibt es in der Hermannstraße:
In aller Ruhe…
28. Juni 2009

In aller Ruhe kann man auch die 48 Stunden Neukölln mitnehmen. Während einige Neukölln-Blogger wegen der hohen Veranstaltungsdichte eher gestresst wirken, war der gestrige Abend hier doch sehr beschaulich. Und trotzdem habe ich einiges mitbekommen. So beispielsweise die Präsentation der neuen Kollektion der Berlinfabrik durchsetzt mit Musik vor dem Laden.
Zwei Galerien in der Selchower Straße zeigten Fotoarbeiten und …Kunst. Letzters satt gab es auch auf dem Gelände der Kindl-Brauerei. Beeindruckender als die vielen Bilder und Skulpturen war allerdings die Architektur.

Wohl dem, der einfach nicht versucht, gegen diese anzukämpfen und die Aufmerksamkeit auf die eigenen Werke zu lenken, sondern sie einfach einbezieht.

Nacht und Nebel
2. November 2008
Der November wurde in Nuekölln mit “Nacht und Nebel” eingeleitet. An diesem Abend präsentieren diverse künstlerische Projekte ihre Arbeiten. Auch der Schillerkiez war gut vertreten:
In der Berlinfabrik gab es Musik und eine Modenschau der T-Shirt-Kollektion.
Auch die Miedermanufaktur zeigte ihre Produkte. Zusätzlich waren einige interessante Bilder zu sehen:
Fotographien wurden im Schillerpalais begutachtet.
Der schönste Sonnenuntergang der Stadt
13. Mai 2008
Den schönsten Sonnenuntergang Berlins kann man im Schillerkiez erleben. Leider kamen wir heut eine halbe Stunde zu spät, aber trotzdem war es sehr schön. An der Grünfläche vor der Landebahn des Flughafens Tempelhof hat man einen wunderbaren Blick auf das Tempelhofer Feld. Ein wirklich nettes Plätzchen.
Pfingstrundgang
12. Mai 2008
Es ist Feiertag, Frühling und der Kiez erblüht. Es war an der Zeit für einen kleinen Rundgang. Die Schillerpromenade hat bereits ihre volle Pracht und läd zum Verweilen ein.
Unter Bäumen hindurch, rechts das Tempelhofer Feld. Neukölln ist nun wirklich nicht überall grau und trostlos.
Das finden sicherlich auch bald die Besucher aus Brüssel heraus.














