Grünes Tempelhofer Feld
26. November 2008
Auf dem ehemaligen Flughafengelände in Tempelhof soll es 2017 parallel eine Internationale Bauausstellung und eine Internationale Gartenbauausstellung (IGA) geben. Gestern hat der Senat beschlossen, sich um die Gartenbauausstellung zu bewerben…Das Umgestalten des Flughafengeländes zu einer Parklandschaft werde auch ohne Gartenbauausstellung 61,5 Millionen Euro kosten. Dies sei im Vergleich zu anderen Parkanlagen ein geringer Betrag, weil der Anteil “naturhafter und extensiv genutzter Flächen” sehr niedrig sei…Entstehen solle eine Parklandschaft, die “den Luxus der Weite und der Freiheit des offenen Himmels sowie die großen Wiesen” bewahren wolle.
Das berichtet der Tagesspiegel heute. Damit geht ja alles schonmal in eine akzeptable Richtung. Bleib zu hoffen, dass im Zuge dessen auch von der Bebauung größerer Bereiche Abstand genommen wird. Angesichts der sozialen Lage in Neukölln muss auch der freie – also kostenlose – Zugang gewährleistet sein.
Kiezdinner die Zweite
24. November 2008
Am letzten Montag gab es das erste Kiezdinner in der Langen Nacht. Das Event soll nun monatlich stattfinden. Am 8. Dezember ist es nun wieder soweit. Diesmal gibt es einen griechischen Abend mit einer Bohnensuppe, Tiranito, Salatbuffet und Dessert für 7 Euro. Anmelden kann man sich rechtzeitig am Tresen – es lohnt sich.
Mieteinander
24. November 2008
Meine Nachbarn aus der Lunte werden mal wieder aktiv:
Am Samstag ,den 29.11. findet in Berlin eine Demonstration gegen steigende Mieten und Verdrängung statt. Organisiert wird die Veranstaltung von einem breiten Bündnis von über 30 Gruppen, Projekten und Initiativen. Start ist um 14 Uhr an der Oberbaumbrücke in Kreuzberg. Aus Richtung Neukölln wird es eine eigene Demo geben, um sich gemeinsam zum Treffpunkt der großen Demo zu begeben. Treffpunkt: 12.30 am Hermannplatz . Wir gehen dann voraussichtlich über Hobrechtstraße, Weserstr., Pannierstr., Glogauerstr. in die Falckensteinstrasse. Hierzu rufen auf: Initiative Tempelhof für Alle, AK Soziale Kämpfe und Gruppen aus der Lunte.
Genaueres gibt es im Demonstrationsaufruf. Auch im Schillerkiez drohen demnächst Mietsteigerungen. Hier sind weniger die Zuziehenden die Ursache, sondern die Schließung des Flughafens Tempelhof. Der Flug”lärm” ist weg und damit steigt angeblich die Wohnqualität. Ein guter Vorwand…
Es gibt Essen
12. November 2008
Für den kommenden Montag ist in der Langen Nacht ein Kiez-Essen angesagt. Das Drei-Gänge-Menü inklusive Salat-Buffet für 7 Euro. Da werde ich mich doch auf dem Heimweg vom Büro nachher gleich mal anmelden, denn es klingt nach gut satt werden für wenig Geld und in netter Gesellschaft. Und ich werde natürlich berichten, wie es war.
Modisch
10. November 2008
Das Fashion Weekend Neukölln ist nun auch vorbei und als kleine Nachlese gibt es hier eine Modenschau von “no mimikri” zu sehen. Die Veranstalter beschreiben die Kollektion der Designerin Miriam Blaich folgendermaßen:
Die Mode von „no mimikri“ zeichnet Leichtigkeit und Lebensfreude aus. Oft findet man überraschende Details, wie handgedruckte Motive oder kleine Stickereien. Außergewöhnliche, meist fließende Stoffe werden mit klassischen gemischt, überhaupt ist der Material- und Farbmix ein wichtiger Bestandteil der Kollektionen. Trotz aller Verspieltheit steht eine bequeme Tragbarkeit immer im Vordergrund.
Vorbereitungen
8. November 2008
Vorbereitungen auf manche Ereignisse verursachen sehr eigenartige Gefühle. So zum Beispiel der auf den sicher bevorstehenden Abschied von liebgewonnenen Geschöpfen. Fast zehn Jahre wohnt nun schon ein Kater namens Igor mit mir zusammen. Mit seinen 16,5 Jahren ist er in einem stattlichen Alter und war kürzlich erstmals schwer erkrankt. Ein sicheres Zeichen, dass das zur Gewohnheit gewordene Zusammensein nicht von Ewigkeit sein wird. Aktuell geht es ihm weitgehend wieder gut, wenn auch der alte Zustand voraussichtlich nicht wiederkehren wird. Zumindest besteht aber alle Hoffnung, dass noch ein oder mehrere Geburtstags drin sind.
Etwas anders sieht es bei Eris, einer meiner Farbmäusinnen, aus. Bei ihr geht es jetzt darum, den richtigen Augenblick nicht zu versäumen. In den kommenden Tagen soll sie noch einmal bekommen, wofür sie lebte: Aufmerksamkeit, Pinienkerne usw. Ein Tumor ist inzwischen in ein sehr schnelles Wachstum übergegangen. Das Laufen fällt schon schwerer und in den kommenden Tagen muss ich wohl die Verantwortung wahrnehmen, Lebenswillen und Leiden gegeneinander abzuwägen.
Soweit so gut oder auch schlecht. Der Bogen zum (sehr erweiterten) Kiez ist an dieser Stelle schnell zu ziehen. In den letzten Wochen hatte ich Gelegenheit, eine beeindruckende Tierärztin kennenzulernen. In der Passage an der Karl-Marx-Straße betreibt Christine Berger ihre Praxis. Ihre ganze Hingabe gilt dem Wohl ihrer Patienten, notfalls auch mal unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten ihrer “Besitzer”. Ein Besuch kostet Zeit, oft viel Zeit, zahlt sich aber letztlich in allen Belangen aus. Demnächst wird auch der Lebensweg einer neugierigen, mutigen Maus bei ihr zu Ende gehen.
Zeichen
6. November 2008
Philip von zwei Kieze weiter meckert ein bisschen über einen taz-Artikel zum Reuterkiez. Kann er ja, er kennt sich da ja aus. Hinzuzufügen wäre allerdings noch eins: “In neuen Trend-Kiez Kreuzkölln braut sich was zusammen. Modeschauen, Ausstellungen…” macht die Autorin als Zeichen für die erkennbare Trendwende aus. Allerdings hat sie die ausgerechnet bei “Nacht und Nebel” gefunden. Da gab es im Schillerkiez … Modeschauen und Ausstellungen. Droht die Gentrifizierung doch schon jetzt und nicht erst, wenn die Yuppie-Häuschen auf dem Tempelhofer Feld stehen?
Keine Zeit
5. November 2008
Jetzt weist der Schockwellenreiter darauf hin, dass heute Abend “Panzerkreuzer Potemkin” im Froschkönig läuft. Ich wohne nur schräg gegenüber, habe aber ausgerechnet heute keine Zeit, dem Lokal endlich mal einen Besuch abzustatten. Also muss ich auch hier gucken und kann die Live-Begleitung am Klavier nicht verfolgen.
Tempelhofer Feld für die Leute
3. November 2008
Die Initiative “Tempelhof für Alle” setzt sich für die Öffnung des Areals des ehemaligen Flughafens Tempelhof ein. Für eine soziale Nutzung des Geländes statt Baufläche für InvestorInnen!
Getragen wird sie nach dem, was ich bisher mitbekam, vor allem vom Umfeld der Lunte. Die Forderungen sind allerdings gut geeignet, um von viel mehr Leuten unterstützt zu werden.
Novemberglück
3. November 2008
Pünktlich zum November ist es kalt und ungemütlich geworden. Das hat allerdings seinen Vorteil: Man vergisst nicht, das Fenster beim Verlassen der Wohnung zuzumachen. Das scheint angeraten, teilte die Hausverwaltung doch mit, dass ab heute eine Fassadenrenovierung in unserem Hinterhof beginnt und die Wände eingerüstet werden. Im Sommer bestünde durchaus die Gefahr, dass jemand ungebeten im Wohnzimmer steht.
