Kiezposse

29. April 2009

Wo wir gerade beim Flughafenkiez sind. Dort spielt sich gerade eine der üblichen Possen des gepflegten Antikommunismus ab. Alles dreht sich um das Kiezfest, das in diesem Jahr wieder in der Erlanger Straße stattfindet – und zwar am 16. Mai. Organisiert wird es unter Schirmherrschaft des Quartiersmanagements im Auftrag der Bezirksverwaltung.

Das Fest ist sehr schön. Es hebt sich erfreulich von den üblichen Ansammlungen von Billigkrämern und Bierständen ab. Die Stände werden von den im Kiez tätigen Initiativen, Vereinen und Läden betrieben. In diesem Kiez steht allerdings auch seit Jahren das Berliner Parteihaus der MLPD mit den Büros ihrer Landesleitung Nordost. Die Partei organisiert hier Kinder- und Jugendarbeit, macht Veranstaltungen und öffnet dreimal pro Woche ihre kleine Kneipe.

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Alles ganz schlimm hier

29. April 2009

In den Gaststätten werden zum Bier diskret junge Frauen vermittelt, in Privatwohnungen Bordelle geführt, auf der Straße Drogen gehandelt: Der Flughafenkiez in Berlin-Neukölln hat ein Problem. Finden die Anwohner – und nicht nur sie. Die CDU fordert nun, Wohnungsbordelle aufzuspüren und zu verbieten.

Das weiß die ‘Berliner Morgenpost’ zu berichten. Und ich reibe mir wieder verwundert die Augen. In was für einer Gegend lebe ich hier nur (gut, es ist der Nachbarkiez, aber der ist halt auch nur um die Ecke und ich bin da recht oft)? Und noch schlimmer: Warum merke ich es nicht?

Gärtner voran!

16. April 2009

Der Rixdorfer Stadtschreiber berichtet vom Aufruf des Quartiersmanagements zum 1. Balkonblumenwettbewerb im Schillerkiez. Ich habe zwar keinen Balkon und aus tierhaltungstechnischen Gründen auch keine Blumen, aber vielleicht interessiert es ja jemand anderen, der hier mitliest.

Unterwanderung?

15. April 2009

Eben per Mail erhalten und auch Philip berichtet davon:

An drei Terminen in diesem Sommer laden wir zu einem Shopping-Erlebnis der besonderen Art ein: SideSeeing – Der Designmarkt am Maybachufer.

Ich bin skeptisch. Das ganze klingt irgendwie ein bisschen, als ob die “Kreuzkölln”-Verfechter sich mit ihrem Kram nicht nur im Reuterkiez breit machen, sondern auch noch den Markt am Maybachufer unterwandern wollen. Man wird sehen, was das wird. Nichts gegen tolle Projekte, die von den Kiezbewohnern getragen werden. Aber es gab zuletzt gerade in dieser Ecke soviel Mist zu erleben, der nicht in den Kiez passt, dass mir eine gewisse Zurückhaltung angebracht scheint – vor allem wenn Begriffe wie “Jungdesigner” und “Kreative” fallen.

Schnelle Fotos

15. April 2009

Die BerlinFrabrik zeigt mal wieder Fotos. Diesmal im Schnelldurchlauf.

heißt die Veranstaltung am 9. Mai. Start ist um 17 Uhr mit der üblichen Vernissage, der aber schon um 23 Uhr die Finissage folgt. Zwischendrin – um 21 Uhr – werden die vorhandenen Bilder per Versteigerung unters Volk gebracht. Es sollen Schnäppchen möglich sein, habe ich erfahren!

Post bis zum Dach

8. April 2009

Dachwohnungen haben sicher ihre Vorteile. Aber sie sind eben auch verdammt hoch. Wenn es keinen Fahrstuhl gibt, wie es in den meisten typischen Berliner Altbauten der Fall ist, weiß man, was man hinter sich hat, wenn man mit schweren Beinen oben ankommt. Ich vermeide es deshalb inzwischen, in die oberen Etagen zu ziehen.

Wirklich schlimm trifft es in dieser Beziehung aber die Postfrau, die unter anderem für unser Haus hier zuständig ist. Es gibt keine Briefkästen hinter der Haustür, wie es vielerorts üblich ist. Sie muss also immer an jede Wohnungstür – und dies sicher auch in anderen Häusern. Als das Haus renoviert wurde, hoffte sie schon, dass unten auch Briefkästen angebracht werden. Aber Pustekuchen. “Wenn der Vermieter das halt nicht will, was soll man machen”, sagte sie mir.

Nun weiß ich aus erster Hand auch, wie stark die Belastung von Postboten in letzter Zeit gestiegen ist. Die Zustellbezirke sind inzwischen deutlich größer als noch vor zehn Jahren und der Arbeitsdruck entsprechend hoch. Es wäre also durchaus sinnvoll, mit den Nachbarn zu beraten, ob man sich nicht mal gemeinsam bei der Hausverwaltung für unsere Postbotin einsetzt. Ist vorgemerkt!

Es ist soweit…

6. April 2009

…man kann auf dem Heimweg in den Feierabend wieder anhalten und draußen mit einem Bierchen in den Abend starten.

Liest du, kaufst du.

2. April 2009

Türkischsprachigen Werbeplakate – Heinz Buschkowsky (SPD), Bezirksbürgermeister von Neukölln, betrachtet diese Entwicklung mit Argwohn: “Ich halte davon nicht viel. Ich finde, im öffentlichen Raum sollte man sich in der Landessprache Deutsch präsentieren.” (…) Werbung in einer Fremdsprache in einzelnen Bezirken oder Vierteln suggeriere “einen Hegemonie-Anspruch”, so der Bezirksbürgermeister. “Dabei haben wir nur zehn Prozent Türken in der Stadt.”

So steht es in der ‘Berliner Morgenpost‘ – und natürlich auch in der ‘Jungen Freiheit’ (mit Absicht kein Link). In letzterer fehlen allerdings die anderen Positionen zum Thema. Wie etwa von Bilkay Önay, der integrationspolitischen Sprecherin der Grünen:

“Wir dürfen nicht vergessen: Nicht alle Türken leben hier seit vielen Jahren. Es gibt Menschen in Berlin, die sich schwer tun mit der deutschen Sprache. Die Werbeplakate tragen dem Rechnung. Die Parallelgesellschaften gibt es sowieso.”

Oder eben ganz pragmatisch und unaufgeregt von den Werbetreibenden selbst – hier Joyce Mariel, Pressereferentin von Kabel Deutschland:

“Wir bieten zwei türkische Programmpakete an. Es passt einfach, dass wir die auf Türkisch bewerben. Das ist eine Punktlandung bei der Zielgruppe.”