Campus Kindl

19. Mai 2010

Jetzt hat sich offenbar endlich ein Konzept für das Gelände der Kindle-Brauerei gefunden, dass in das gewünschte Entwicklungskonzept für die Gegend passt: Laut der ‘Berliner Zeitung‘ soll binnen zwei Jahren eine Privatuniversität entstehen – die “Berlin Business School”. Dann kommen nach den verplanten Jungkünstlern mit reichen Papas also auch noch die schmierigen Jungmanager mit nicht weniger reichen Mamas her. Kann ja heiter werden.

PhoneyIsland

12. Mai 2010

Das PhoneyIsland Caberet gastierte am vergangenen Samstag in der “Langen Nacht“. Nach Bundesligafinale und der seltsamen Tempelhof-Aktion war das ein mehr als würdiger Ausklang des Tages.

Eine ganze Gruppe von Musikern verschiedener Richtungen spielte auf der eigens in die Kneipe gebaute Bühne. Und das ganze auch noch gratis. Letzteres war aber kein Problem, da viele Leute Qualität eben doch zu schätzen wissen. Und so landete am Ende bei weitem nicht nur Kleingeld im Hut.

Bewegungsfreiheit

10. Mai 2010

Mehr oder weniger der 3. Teil des Schillerkiez-Podcasts. Eigentlich eine verhinderte Sendung, die ich trotzdem einfach mal veröffentliche. Es geht um unseren geplanten Ausflug auf das Tempelhofer Feld, das am 8. Mai der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte. Das wäre eine gute Gelegenheit gewesen, mit den Besuchern über ihre Eindrücke und Erwartungen zu reden.

Tempelhof entdecken - Werbung

Gut gemeinte Werbung für den Tag, der unter dem Motto “Bewegungsfreiheit” stand. Wie immer war gut gemeint aber das Gegenteil von gut Gemacht. Denn so sah die Bewegungsfreiheit am späten Nachmittag aus:

Tempelhof entdecken - Realität

Download: Schillerkiez-Podcast 03

RSS-Feed: Schillerkiez-Podcast

Durchwirbeln

10. Mai 2010

Um nach dem Desaster der Eröffnung des Tempelhofer Feldes (dazu später mehr) nicht gänzlich umsonst zum Columbiadamm gelaufen zu sein, gab es noch einen Abstecher auf die Neuköllner Maientage. Der Rummel ist wenig spektakulär, hat aber doch das ein oder andere Lohnende zu bieten. Zu nennen wäre insbesondere der Grill-Stand ganz am Ende, der sehr wohlschmeckende Lamm-Hacksteaks im Angebot hatte. Danach konnte man sich direkt gegenüber mal durchwirbeln lassen und Berlin aus etwas ungewohnten Perspektiven sehen.

Tierwerbung

6. Mai 2010

Es hat sich ja seit Langem eingebürgert, im Frühling mit putzigen kleinen Tieren im Schaufenster zu werben. Diesem Trend hat sich auch die Werbellin-Apotheke angeschlossen.

1005_apothekenwerbung

herzlichen Glückwunsch zu deinem zweiten Geburtstag. Damit bist du für Internet-Verhältnisse ja schon aus dem Gröbsten raus. Unsere gemeinsame Zeit war auf jeden Fall schon recht interessant und ich hoffe, dass wir noch viel Zeit miteinander verbringen werden. Es wird ja gerade erst richtig spannend. Leider hatte ich zuletzt manchmal etwas wenig Zeit, mich um dich zu kümmern, deshalb hat vor allem die Fortsetzung der Podcasts etwas gestockt. Aber auch da geht es sicher bald weiter.

Ich wünsche dir, dass uns die Leser weiter gewogen bleiben und sich öfter trauen, deine Kommentarfunktion zu nutzen oder auch Hinweise auf Themen oder Veranstaltungen zu schicken. Ich bekomm ja auch nicht unbedingt alles mit. Dann also auf die nächsten Jahre.

Dein Autor

PS: Passend zum Anlass hat nun auch die ‘taz’ den Schillerkiez für sich entdeckt und widmet ihm eine Langzeit-Serie.

Schön gesagt

4. Mai 2010

Kleiner Nachtrag zum 1. Mai. Auch Don Alphonso hat da mal was angemerkt und ich häng mich da mal kopfkickend dran.

Die angeblichen Revolutionäre liefern genau das, was die Medien brauchen, um auch noch am 1. Mai von ernsten Themen abzulenken, sie stehen dann für den Sinn des Tages, wie er medial rüberkommt, sie diskreditieren genau die arbeitenden Menschen, die sie selbst nicht sind, und die sie verachten. Sage bitte keiner, dass die Autonomen eine Revolution wünschen, bei der sie dann an die Werkbänke dürfen – das wollen die ebensowenig wie ihre Neffen, die Berliner Blogunterschichtler, die nach Grundeinkommen ohne Bedingung plärren.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Zurücküberwachen

4. Mai 2010

Das Seminar für angewandte Unsicherheit lädt für Freitag zu einem Kameraspaziergang in Neukölln ein. Dabei will man aufzeigen, wie (Kamera-)Überwachung, Sicherheitsarchitektur und Gentrifizierung
zusammenhängen.

Neben dem engmaschigen Überwachungsnetz in Neuköllner Läden schauen wir uns dabei u.a. die Rolle des Quartiersmanagements an, das bei der Umstrukturierung des Kiezes wesentlich ist. Mit einer “Task Force” wollen sie bspw. im Schillerkiez “aufräumen”, was nicht in das Bild eines aufgewerteten Kiezes passt. Ein Sammelsurium an sogenannten Kiezläufern, privaten Sicherheitsdiensten und Beamt_innen des Ordnungsamtes patroulliert durch die Neuköllner Straßen. Bei diesen Maßnahmen geht es nicht nur um die “schöne” Einkaufswelt, sondern auch um die “falschen” Menschen, die auf den Parkbänken sitzen, den aus Sicht der Senatsverwaltung zu hohen Anteil an Migrant_innen und Arbeitslosen, und die diffuse Angst davor, dass sich die an den Rand gedrängten Menschen wehren könnten.

Mit kurzen Vorträgen werden wir einen kritischen Blick auf die Entwicklung in den Kiezen werfen und uns mit coolen technischen Gimmicks auch die “Überwacherperspektive” anschauen.

Interessierte sollen sich am 7. Mai um 16 Uhr an der Ecke Hermannstraße/Okerstraße einfinden. Wo bereits Überwachungskameras registriert wurden, lässt sich unter www.berlinueberwachung.net.tc nachschauen.

Unterwegs am 1. Mai

3. Mai 2010

Mal eine kleine Nachlese zum 1. Mai. Es war ja wie immer eine ganze Menge los. Den Anfang machte traditionell die Demonstration der Gewerkschaften. Hier im Bild Leute von Mercedes-Benz in Marienfelde, die einerseits für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich werben und andererseits gegen ihren drohenden Ausschluss aus der IG Metall protesierten. Der Ortsvorstand der Berliner IG Metall hat das Ausschlußverfahren eingeleitet, weil sie auf einer alternativen Liste zu den Betriebsratswahlen kandidierten und sich nicht dem Co-Management der Gewerkschaftsführung unterordnen wollen.

1. Mai 2010 - Gewerkschafter

Dazu passten auch Auseinandersetzungen auf dem Mai-Fest des DGB am Brandenburger Tor. Verschiedene linke Organisationen von der DGB-Führung ans letzte Ende abgeschoben, damit sie und ihre Inhalte möglichst wenig wahrgenommen werden. Der MLPD und jedem, der mit der Partei zusammenarbeitet, wurde es sogar gänzlich verboten, einen Stand aufzubauen. Als die Tische trotzdem standen, rückten DGB-Ordner mit der Polizei im Schlepptau an. Eine ganze Reihe von Gewerkschaftern protestierte aber gegen die Spaltungsversuche und so konnte der Stand letztlich stehenbleiben.

1. Mai 2010 - Gewerkschaftsfest

Parallel liefen im Prenzlauer Berg die Blockaden gegen einen Aufzug von Neonazis. Um die zehntausend Leute schafften es, den braunen Mob zu stoppen und zum Rückzug zu zwingen. Da half auch der großangelegte Betriebsausflug der Polizei ins frühlingshafte Berlin nicht.

1. Mai 2010 - Betriebs-Kaffeefahrt

Nachdem sich alle kurz ausgeruht hatten, startete am Abend die so genannte Revolutionäre 1.-Mai-Demo durch Neukölln und Kreuzberg. Diese wirkte in gewisser Weise, als würde sie zwei wichtige Aufgaben haben: Einerseits vielen ziemlich jungen Leuten die Möglichkeit zu eröffnen, sich einmal im Jahr ganz cool militant zu geben – andererseits den Gentrifizierern zu bestätigen, in was für einen aufregenden Kiez sie doch gezogen sind.

1. Mai 2010 - Die Anarchos

Am Endpunkt Spreewaldplatz/Skalitzer Straße standen sich dann entsprechend Jungautonome und Polizei etwas peinlich berührt gegenüber, weil erst keiner so richtig ernsthaft mit den vielbeschworenen Krawallen anfangen wollte. Zur Freude der Aufregender-Kiez-Fraktion kam man dann doch noch in die Puschen und jede einzelne Festnahme, die früher das Feuer umso stärker entfacht hatte, wurde nun penibel von zahlreichen Handy-Filmern festgehalten – und später vermutlich den im Ländle verbliebenen Sandkastenfreunden via YouTube präsentiert. Als es dunkel wurde und Handy-Kameras mangels Licht versagten, gelang es immerhin noch, den mitlaufenden Nachrichtenagentur-Leuten eine kleine brennende Barrikade zu präsentieren.

1. Mai 2010 - Feuer für die Presse

Ein paar Scharmützel gab es dann doch noch auf dem Kottbusser Damm. Aber auch hier wirkte alles eher wie eine gegenseitige Inszenierung zwischen Event-Publikum und Staatsmacht. Irgendwann wollte die Polizei dann aber Feierabend machen und schickte das Partyvolk zurück in seine Szene-Kneipen.

1. Mai 2010 - Die Staatsmacht

Hier nochmal etwas Bewegtbild, wie die berüchtigten 1.-Mai-Krawalle im Jahre 2010 so aussehen. Bis man mit solchen “Revolutionären” eine Revolution durchführen kann, bedarf es wohl noch so einiger Veränderungen.