Islam-Verwirrung

25. November 2010

Vorab kurz in eigener Sache: Ich hab mal eine Kontakt-Seite rechts ins Menü gepackt, wo ihr gern Tipps und Hinweise hinterlassen könnt. Ich bekomm ja auch nicht immer alles gleich mit. Danke :)

Und zur Sache: Letzte Woche gab es ja den Brandanschlag auf die Sehitlik Moschee am Columbiadamm. Das war nun wohl schon das vierte Mal, das jemand versucht hat, das Haus anzuzünden. Schlimm genug, aber nun müssen sich die Leute da auch noch mit den üblichen dämlichen Kommentaren rumschlagen. Alle sind natürlich fürchterlich betroffen und finden sowas blöd. Und es werden Schlüsse gezogen.

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Indes hat die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland Charlotte Knobloch den Anschlag verurteilt. Sollte die Tat politisch motiviert sein, sei dies ein Indiz für ein Erstarken rechtsradikalen Gedankenguts in Deutschland.

Heißt es beispielsweise in der ‘Morgenpost‘. Wie jetzt? Hat Frau Knobloch das Memo nicht bekommen? Das heißt doch heut nicht mehr Rechtsradikalismus, sondern: Die christlich-jüdischen Tradition wird vom Islam bedroht!

Allerdings ist es beruhigend, dass es durchaus noch Dinge gibt, auf die man sich verlassen kann. Zum Beispiel, dass es wirklich die besten Steilvorlagen gibt, wenn noch jemand von der Kirche vorbeischaut. Nun war tatsächlich der Berliner Landesbischof Markus Dröge vor Ort und meinte:

Gerade vor dem Hintergrund der Terrorwarnungen sei es nötig, zusammenzustehen

Also nur, damit ich das richtig verstehe: Erst wird den Leuten so lange eingetrichtert, der Islam bedroht unsere tolle Kultur, bis mal jemand auf die Idee kommt, eine Moschee anzuzünden. Parallel werden wir mit einer angeblich ganz schlimmen Terrorgefahr aus dem islamischen Raum in Schach gehalten und sollen dann aber mit denen zusammenstehen, die wir gerade deswegen gestern noch bei den Behörden melden sollten. Also das verwirrt mich.

An! Ruf! En!

19. November 2010

Innensenator Ehrhart Körting (SPD): Wenn man bemerke, dass in der Nachbarschaft “plötzlich drei etwas seltsam aussehende Menschen” eingezogen seien, die “nur Arabisch oder eine Fremdsprache sprechen, die wir nicht verstehen”, dann solle man mal die Behörden unterrichten.

Na dann mal schnell ans Telefon, liebe Neuköllner! Das nächste zuständige Amt erreicht man unter der einheitlichen Behördenrufnummer 115.

(Quelle: Spiegel; via Schockwellenreiter)

Ey, wir sind im Internet

18. November 2010

Google hat nun endlich Street View auch hierzulande vollständig gestartet und der Kiez ist dabei.

Na gut. Nicht der ganze Kiez. Es sind doch viele Häuser verpixelt. Warum das jemand tun lässt, hat sich mir immer noch nicht erschlossen. Gibt es irgendeinen sinnvollen Grund dafür, das man kein mehrere Jahre altes Foto von seinem Haus bei Street View haben will oder ist das wirklich nur Unwissen und Reinfallen auf Frau Aigners Panikmache?

Ich bin ja noch am überlegen, ob ich das Kinderspiel mitspiele und auch mal alles Verpixelte fotografiere und an passender Stelle ins Netz stelle.

Besuch vom Chef

17. November 2010

Klaus Wowereit hat heute Neukölln besucht. Es war die zwölfte und letzte Visite seiner Besuchsserie durch alle Bezirke – das kann jeder interpretieren, wie er will. Er hat sich dabei auch zu den geplanten Kürzungen des Bundes an den “Soziale Stadt”-Projekten geäußert:

“Der Bund kürzt die Mittel immer noch da, wo sie am nötigsten sind, nänlich bei den Projekten, die konkrete Hilfe bieten. Mit den Kürzungen bringt der Bund ganz klar zum Ausdruck, dass er kein Geld für Personal ausgegeben will. Herr Ramsauer fördert nur noch Investitionen in Gebäude und Infrastruktur. In Berlin bedeutet Soziale Stadt aber vor allem konkrete Beratung und aufsuchende Arbeit. Das macht in einem Brennpunkt wie hier in der High-Deck-Siedlung auch am meisten Sinn. Deshalb sind wir uns in Berlin einig, dass die Kürzungen durch die schwarz-gelbe Koalition unsinnig und falsch sind.” Weiter sagte der Regierende Bürgermeister: “Wir müssen sehen, wie wir diese Kürzungen aus Landesmittel kompensieren können. Das wird nicht hundertprozentig gelingen, aber wir werden ein Hilfsprogramm machen.”

Also mal abwarten, was das in der Realität dann bedeutet.

Nacht und Nebel 2010

8. November 2010

Bei “Nacht und Nebel” präsentierten auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Künstler in Neukölln sehens- und merkwürdiges. Wie zu erwarten war, ist die Zahl der Anlaufpunkte im Schillerkiez deutlich gestiegen. Und wohl auch die Menge des auswärtigen Publikums. So bekommt man vor der offensichtlich hell erleuchteten Genezarethkirche durchaus schonmal die Frage gestellt, ob da drin Nacht und Nebel sei oder wo man es denn sonst finden würde. Nun gut, sei’s drum. Hier nur mal ein kleiner Ausschnitt:

Nacht und Nebel 2010 - Chor

Ein “Mosaik aus Stimmen” in der Genezarethkirche.

Nacht und Nebel 2010 - Installation

Rauminstallation im Schillerpalais.

Nacht und Nebel 2010 - Schillerpalais

Und die interessierten Besucher.

Nacht und Nebel 2010 - IKZ

Das Institut für Kunstzerstörung, das seinem Namen alle Ehre machte.

Keine Wahl

2. November 2010

Ich hab mich ja schon mehrfach über die Standort-Erkennung via IP-Adresse aufgeregt, weil man inzwischen regelmäßig von US-Anbietern auf die deutschen Seiten umgeleitet wird. Auf denen ist dann sehr selten das zu finden, was man sucht. Einige bringen es sogar soweit, dass sie dann nichtmal eine Möglichkeit bieten, manuell auf die englische Version zu wechseln. Aber die Technik kann auch seltsame Blüten treiben. “No local election news for Berlin”, wurde mir heute vom US-Yahoo mitgeteilt. Also nicht blind der Technik vertrauen und dran denken: In Neukölln kann man heute keine Stimme für irgendwelche Kongress-Abgeordneten, Senatoren oder Gouverneure abgeben. Nicht mal in der Weserstraße ;)

Rennstrecke

1. November 2010

Die Asphaltierung der Selchower Straße ist nun abgeschlossen und die Befürchtungen haben sich bestätigt. Es gibt keine verkehrsberuhigenden Maßnahmen. Angesichts dessen, wie hier einige Experten schon über das Kopfsteinpflaster gerast sind, kann man also jetzt fast Wetten darüber abschließen, ob zuerst ein Hund oder ein Mensch über den Haufen gefahren wird.