Ein Besuch im Columbiabad war eine der besten Optionen, den gestrigen Tag halbwegs unbeschadet zu überstehen. Natürlich war es sehr voll, aber trotzdem noch recht angenehm. Zumindest kein Anzeichen mehr vom Stress des Vortages, als das Bad geräumt und vorzeitig geschlossen wurde, weil sich eine Reihe jugendlicher Hitzköpfe eben jene einschlagen wollten. Ein leicht verletzter Sicherheitsmitarbeiter bei rund 60 Beteiligten war das Ergebnis. Da ist ja echt in jeder Brandenburger Kleinstadtdisco mehr los.

Aber nichts kann unbedeutender genug sein, als dass nicht die Junge Union ihren Senf dazu abgeben müsste. Die Truppe sieht in dem Vorfall wohl grad ein ideales Feld, um schonmal auszuprobieren, wie man später als Sicherheits-Politiker oder Innenminister so reagieren kann:

“Wir fordern, dass direkt nach Gewaltvorfällen das betroffene Schwimmbad eine Woche geschlossen bleibt. Nur durch eine direkte Reaktion kann es Lerneffekte geben”

sagte Conrad Clemens, seines Zeichens Vorsitzender der Jungen Union Berlin und gebürtiger Neuköllner. Na das ist doch mal wirklich ein einfallsreicher Vorschlag. Vielleicht lässt sich dieses grandiose Konzept ja auch auf andere Bereiche ausdehnen. Wie wärs denn z.B. mit Schulen: Schlägerei auf dem Pausenhof? – Eine Woche zumachen! Oder Kreuzungen: Unfall mit Verletzten wegen Missachtung von Rot? Eine Woche Straße sperren! Irgendwann lernen die Leute das dann schon!!1!

2 Kommentare zu “Schöner baden mit der JU”

  1. Law and Order sagt:

    Conrad Clemens als ehemaliger Nordneuköllner hat offensichtlich einen heimlichen Hass auf seine ehemalige Wohngegend. Er verbietet den Nordneuköllner ihr kühlendes Bad und heizt damit die Stimmung an. Bei der Hitze eigentlich nicht sehr aggressionsmindernd. Die übrigen Freibäder werden sich dann natürlich über die Hitze ihrer neuen Gäste freuen. Welches Bad liegt im Einzugsbereich der Wohnung von Conrad Clemens? Gleiches mit Gleichem!

  2. Law and Order sagt:

    “Ist bei Hitze eine lauwarme Dusche besser als eine kalte?
    … fragt Matthias Gebert aus Saronno (Italien)”
    aus: Die Zeit vom 29. Juli 2010, S. 35

    Dem Clemens ist bisher nichts weiter zu den Vorfällen im Columbiabad eingefallen.

    Hier ein Vorschlag: Die Atomkraftwerke wurden in der Vergangenheit zur Abwehr von Demonstranten mit Spritzkanonen bestückt. Da Gewalt zumeist männlich ist, wäre hier doch ein adäquates Gegenmittel, das Respekt verleiht – und gleichzeitig bei entsprechender Temperatur die Eventsucher in einen entsprechenden physiologischen Zustand bringt.

    Nur so eine Idee, bevor man das Bad zumacht.

    Es gibt doch sicherlich auch Wasserwerfer bei der Polizei in Spandau. Vielleicht macht man mal eine entsprechende Übung mit der Feuerwehr. So braucht man die Bäder gar nicht zu schließen.

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