Urheberrecht?
29. Juni 2009
Nach der ganzen Aufregung um die Piratenpartei, Netzsperren und den ganzen Kram kommt ja nun mal etwas inhaltliche Diskussion in die Sache. Sehr schön. Ich klinke mich da einfach mal in die Serie vom Schockwellenreiter und Bluelectric ein – ebenfalls mal mit etwas Brainstorming – was mir halt grad einfällt.
Als ersten Punkt muss man wohl den kleinsten gemeinsamen Nenner dahingehend klären, dass das bisherige Urheberrecht mit den daran hängenden Distributionswegen nicht mehr funktioniert. Da wird auch das Aufbäumen der Medienindustrie nichts nutzen. Was jetzt kommt…nunja, das wird sich zeigen müssen.
Im Vordergrund steht heute das Netz, aber im Grunde geht es doch viel weiter: Wie kommt man eigentlich darauf, in einem Zeitalter der vergesellschafteten Produktion ausgerechnet bei geistigen Produkten davon auszugehen, dass es jeweils das Produkt eines Einzelnen ist? Jede Erfindung, jedes Sachbuch und jedes Kunstwerk ist im Grunde doch nur das Zusammengesetzte aus dem Input zahlreicher “Zulieferer”. Werke sind also nicht Produkt des Einzelnen, sondern der Gesellschaft. Genauso, wie es notwendig ist, die Erträge der gesellschaftlichen Produktion einer gesellschaftlichen und nicht privaten Verwertung zuzuführen, ist dies bei “geistigen Produkten” der Fall. Im Kapitalismus geht das nicht, deswegen wird etwas anderes gebraucht.
Dass es aber auch unter den hiesigen Verhältnissen möglich ist, ohne die althergebrachten Distributionsformen zu leben, zeigt die Software-Branche. Open Source-Geschäftskonzepte zeigen doch, dass es möglich ist, auch ohne den direkten Verkauf des jeweiligen Produkts ganz gut Geld zu verdienen.
Soweit erstmal auf die Schnelle…jetzt hat erstmal das U21-EM-Finale Vorrang. :)
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